Ingrid Fuzjko av. Georgii-Hemming, Klavier
Geboren in Berlin als Tochter der japanischen Pianistin und des russisch-schwedischen Architekten.
Im Alter von fünf Jahren kehrte sie mit ihren Eltern nach Japan zurück und begann unter der Anleitung ihrer Mutter mit dem Klavierunterricht. Leonid Kreutzer, ein in Russland geborener deutscher Pianist, begann ihr Klavierunterricht zu geben, als sie zehn Jahre alt war und sagte ihr großen internationalen Erfolg als Pianistin voraus. Mit 17 Jahren, noch als Schülerin, debütierte sie und gewann viele Preise in mehreren der wichtigsten einheimischen Musikwettbewerbe, wie etwa den NHK-Mainichi-Musikpreis und den Musikpreis des Bunka-Rundfunksenders. Sie begann ihre professionelle Karriere als Pianistin sofort nach dem Abschluss ihres Studiums an der Staatlichen Universität für bildende Kunst und Musik in Tokio und arbeitete mit Orchestern wie dem Japan Philharmonic Orchestra. Samson François hörte sie während seines Besuchs in Japan spielen und lobte ihr musikalisches Können und ihre Interpretationen von Chopin und Liszt.
Im Alter von 28 Jahren ging sie nach Deutschland, um ihre musikalischen Studien fortzusetzen. Ihre besonderen Leistungen ebneten ihr den Weg für eine professionelle Konzertkarriere in Europa. Nach dem Abschluss ihres Studiums zog sie nach Wien, wo sie von bedeutenden Künstlern wie dem Komponisten und Dirigenten Bruno Maderna, der sie als Solistin verpflichtete, und Leonard Bernstein unterstützt wurde, worauf sie bis zum heutigen Tage stolz ist.
Aber nach einem plötzlichen heftigen Fieberanfall, genau zu dem Zeitpunkt, als ein Klavierabend sie endgültig als Spitzenkünstlerin etablieren sollte, verlor sie ihr Gehör. In tiefster Verzweiflung zog sie zur medizinischen Betreuung nach Stockholm. Dort begann sie zu unterrichten und konzertierte für schwedische und deutsche Radioanstalten.
1996 kehrte sie nach Japan zurück und trat an ihrer Alma Mater, der Staatlichen Universität für bildende Kunst und Musik in Tokio, auf.
Ein TV-Dokumentarfilm über ihr turbulentes Leben und ihre Konzerte wurde im Februar 1999 ausgestrahlt und machte sie sehr bekannt.
,,La Campanella”, die CD, mit der sie debütierte, erschien am 25. August 1999 und hat sich seither über zwei Millionen Mal verkauft, was für eine CD mit klassischer Musik äußerst selten ist. Bis heute veröffentlichte sie fünfzehn CDs mit ihrer Musik, und alle haben sich gut verkauft. Vier dieser CDs wurden mit dem japanischen “Gold Disc Award” als klassisches Album des Jahres ausgezeichnet, was voher noch niemand geschafft hat.
Seit dem Debüt ihrer CD auf dem heimischen Markt hat Hemming viele Solo-Konzerte gegeben und ist mit zahlreichen Musikern aufgetreten. Zu erwähnen sind: das Artis Quartett Wien, das Moskauer Philharmonische Orchester (Dirigent: Yuri Simonov), die Staatliche Ungarische Philharmonie (Dirigent: Zoltan Kocsis), das Ungarische Rundfunksinfonieorchester (Dirigent: Tamás Vásáry), das Super-World-Orchester (Dirigenten: Stefan Sanderling (2003) und Alastair Willis (2004)), das Dvorak-Sinfonieorchester (Dirigent: Thomas Rehak), das Budapest Knozerte Orchester, das English Chamber Orchester (Dirigent: Ralf Gothoni), das Orchestre National de Belgique (Dirigent: Mikko Franck), das Schwedische Kammerorchester (Dirigent: Thomas Dausgaard), das Philharmonische Orchester Nizza (Dirigent: Marco Guidarini), das Cadaques Orchester (Dirigent: Tamás Vásáry), das Slowenien Philharmonische Orchester (Dirigent: George Pehlivanian), und das Niederösterreich Tonkünstler Orchester (Dirigent: Tadeusz Strugala). Die Zusammenarbeit mit all diesen Musikern war stets ein großer Erfolg.
Im Jahr 2005 trat sie für eine Wohltätigkeitsveranstaltung im ausverkauften Budokan in Tokio vor 13,000. Mehr als 10 Millionen Yen (ca 75,000 €) wurden an die UNICEF gespendet. Später in diesem Jahr hatten Fuzjko äußerst erfolgreiche Konzerte mit Mischa Maisky, die 5000 zuhörer brachten.
Auf internationaler Ebene trat sie in u.a. im Juni 2001 in der Carnegie Hall (mit dem Artis-Quartett) vor 3,000 Zuhörern auf. Seit damals konzertierte sie in Paris, London, Mailand, Berlin, Wien, Prag, Stockholm, Budapest, Hamburg, New York, San Francisco und Los Angeles in den Jahren 2002 und 2004.
Für 2005 wurde sie in Konzertserien in Prag, Örebro (Schweden), Wien, Nizza und Moskau (vom Moskauer Philharmonischen Orchester unter Yuri Simonov) eingeladen.
Obwohl ihr ihre musikalischen Tätigkeiten nur wenig Freizeit lassen, vergisst sie nie ihre humanitären Verpflichtungen. Als Beispiel sei hier genannt, dass sie für die Opfer der Anschlägen vom 11. September, für afghanischen Flüchtlinge und die UNICEF spendet.
Dasselbe Mitgefühl zeigt sich auch in ihrem besonderen Interesse für Tierschutz und -rechte, wobei ihre Füsorge vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, streunenden Hunden und Katzen gilt. Seit mehr als 24 Jahren ist sie Vegetarierin.